Sie sind hier

Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen

 Ja, seeing is believing oder so ... jetzt steht zwar schon Twilight - Eclipse Bis(s) zum Abendbrot in den Startlöchern, dazu hier mehr, aber zunächst noch Twilight - ich konnte ja auf dem Langstreckenflug nicht davon lassen auszuprobieren, was denn an dem Film wohl so dran ist, denn schließlich hat er mit Bella Swan ja offenbar eine fast ebenso treue Fanbase wie Hannah Montana, Akne, Fips Asmussen oder die Schweinegrippe. Dafür wartet er aber auch mit den unglaubwürdigsten Charakteren auf, die man sich vorstellen kann. Nette, vegetarische Vampire, die in der Sonne glänzen. Gut, wer das hinnimmt, nimmt wohl alles hin.

Alles hinnehmen müssen ja auch die leicht angedooften High-School-Kiddies im Film, denen überhaupt nicht auffällt in welcher Weise Vampir-"Familie" Cullen komisch ist, die so leicht anämisch geschminkt durch die Gegend eiert und Superkräfte besitzt. Was ja in kleinen amerikanischen Städten so etwa auf jeden Dritte zutreffen muss. Gut, auf Plausibilität braucht man gar nicht bauen, die "Vampire" haben ja mit allem, was den historischen Vampirmythos betrifft, nur indirekt etwas zu tun, dafür soll der Film wohl den feuchten Träumen kleiner Mädchen und noch kleinerer Jungs eine Projektionsfläche bieten: oh, die Vampire schimmern so schön in der Sonne, oh, oh. Hat das alles etwas damit zu tun, dass Autorin Stephenie Meyer offenbar zur Kirche der Hormonen gehört? Those of the funny undergarments? Mit mühsam in der Unterwäsche unterdrückter Sexualität? "Außerdem will Edward erst dann mit ihr schlafen, wenn sie verheiratet sind." Ja nun. Am besten natürlich eine kirchliche Trauung zwischen Mensch und Vampir, so wie sie ja unter Freikirchlern gang und gäbe zu sein scheint. Oder so.

Wie auch immer, die Attraktivität des Ganzen ist offenbar nur in anderen Generationsdimensionen zu denken als in solchen, denen ich beim besten Willen noch zugerechnet werden könnte. Ich kann zum Beispiel überhaupt nicht nachvollziehen, dass Kristen Stewart so eine Wuchtbrumme wäre. Gut, die ist natürlich nicht völlig misslungen, aber sie scheint mir doch aus einer Baureihe zu stammen, die man speziell für Dreizehnjährige konstruiert hat, die gerne intimrasiert wären, sich aber notgedrungen damit abfinden müssen, dass ihnen noch nichts sprießt. Immerhin hat sie noch keine Ohren-OP hinter sich, das ist ihr wohl hoch anzurechnen. Na, und über Cedric Diggory wollen wir mal gar kein Wort verlieren. Jedenfalls bin ich bass erstaunt, dass die völlige Wahrscheinlichkeitsfreiheit und Unglaubwürdigkeit der sogenannten "Liebe" zwischen den beiden nicht aufzufallen scheint, obwohl sie nur notdürftig durch schludrige Schauspielerei (oder eher Posing bzw. Vogueing: "strike a pose") getarnt wird. Na, aber wenn's dem Publikum Pläsier bereitet ... seufz.