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Babylon 5

Lang ist es her und spielt doch in einer Zukunft, die ästhetisch wiederum aber wieder in der Vergangenheit liegen dürfte. Ja, so ist es eben in den Neunziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts gewesen. Das Haarspray war noch nicht ganz ausgerottet, und was will man machen, wenn man zu diesem Zeitpunkt noch eine auf das große Ganze angelegte so genannte "Space Opera" vom Stapel laufen lassen will? Offenbar hat man seitens der Crew im Wesentlichen das Richtige gemacht, denn insgesamt 5 Staffeln der Reihe sind ja angelaufen. Quasi kammerspielartig lässt man das Leben der Menschen (eine Gruppe) und der Aliens (alle anderen im Universum - in der Wahrnehmung offenbar auch nur eine einzige Gruppe) in einer um die eigene Achse rotierenden Raumstation ablaufen, um sozusagen die Konflikte des gesamten Universums in eine begrenzte Umgebung zu bringen und dort komprimiert ablaufen zu lassen. Aber warum ist man eigentlich dort? Nun, Babylon 5 ist sozusagen jenseits aller Hoheitsgewässer errichtet worden im so genannten "Deep Space", also irgendwo ganz weit weg. Babylon 5 wurde im Jahre 2257 eingeweiht beziehungsweise, wenn alles so kommt, wird sie im Jahre 2257 eingeweiht werden. Das lässt sich ja leicht sagen, da ist ja niemand mehr am Leben, der damals beim Beginn der Serie da war, und der das noch nachprüfen könnte. Jedenfalls soll es so sein, dass die fünf großen weltraumfahrenden Rassen, neben (selbstverständlich) den Menschen noch die Narn, die Centauri, die Minbari und die Vorlons die Raumstation bevölkern. Es ist also ein recht bunter Haufen da in der Raumstation. Das ist auch besser so, denn nur wenige Jahre zuvor hatten ja die Minbari und die Menschen einen fürchterlichen Krieg miteinander, und jetzt scheint es doch ein wenig harmonischer zuzugehen. Das Ende des Krieges zwischen den Menschen und den Minbari ist im Übrigen wohl im Wesentlichen spiritueller Natur gewesen, und zwar zum großen Glück für die Menschen, die den Minbari in technischer Hinsicht eigentlich unterlegen waren. Das Lösen der Konflikte ohne große Kriege scheint ja auch eine eher vernünftige Sache zu sein.